Wer ist der «Böögg»?

Die Hauptfigur des Zürcher Sechseläuten ist der «Böögg». In dieser Figur steckt mehr, als man denkt.

Was ist ein «Böögg»?

Das Wort «Böögg» scheint mit dem Butzemann  und anderen Schreckgespenstern wie dem Bullebeiss, Buhmann oder Boesman verwandt zu sein. In Zürich sieht der «Böögg» einem Schneemann ähnlich und ist ein Symbol für den Winter. Mit der Verbrennung des «Böögg» soll der Winter vertrieben und der Frühling willkommen geheissen werden.

Die Herkunft des «Böögg»

Im «Kratzquartier» – einem ehemaligen Gebiet zwischen Fraumünster und Bürkliplatz – verbrannten Knaben jedes Jahr am Tag der Tagundnachtgleiche ihren «Böögg»: Zur gleichen Zeit, wie die Zünftler das Sechseläuten begingen. Mitunter war es auch nicht nur ein einzelner Böögg, der im Kratzquartier sein Leben lassen musste, es waren mehrere, die an verschiedenen Orten im Viertel gerichtet wurden. Meist wurden die «Böögg»-Figuren vor ihrem Feuertod auf Wagen gespannt und von den Jungen johlend durch die Strassen gezogen.

Der «Böögg» und das Sechseläuten

Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden die beiden gleichzeitig stattfindenden Bräuche – das Sechseläuten und die «Böögg»-Verbrennung – kombiniert. So wurden aus dem johlenden Knaben-Umzug der heutige Kinderumzug, welcher jeweils am Sonntag vor dem Sechseläuten stattfindet,  und aus dem «Böögg» die eigentliche Hauptfigur des Frühlingsfestes.

Wie der «Böögg» zum Wetterfrosch wurde

Heutzutage ist es Brauch geworden, den «Böögg» nach der Wettervorhersage für den Sommer zu fragen. Am Sechseläuten-Fest wird der Scheiterhaufen pünktlich um 18.00 Uhr angezündet und je schneller das Feuer den Schneemann erreicht und dessen Kopf – welcher mit Feuerwerk gefüllt ist – zum Explodieren bringt, desto schöner wird der Sommer – zumindest will es die moderne Legende so. Den Jahrhundertsommer von 2003 hat der «Böögg» übrigens korrekt vorausgesehen: Sein Kopf explodierte nach rekordverdächtigen 5 Min. 42 Sek.

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