«Chriesisturm»
Der «Chriesisturm» läutet die Erntezeit der Zuger Kirschen ein.

Chriesisturm – Gelebte Tradition in Zug

Wenn in Zug Menschen mit Leitern und Tragkörben bestückt durch die Innenstadt rennen, ist «Chriesisturm».

24. Juni 2019

Dem lustig anzusehenden Lauf liegt eine historische Begebenheit zu Grunde: Der Kanton Zug ist in der ganzen Schweiz als der Kirschenkanton bekannt, denn nirgends gedeihen die Kirschen oder «Chriesi», wie sie im Dialekt genannt werden, so prächtig wie hier.

Bereits im 18. Jahrhundert kündigte das Geläut der «Chriesigloggä», also der Kirschenglocke, die Reife der Kirschen auf der Allmend – gemeinschaftlich genutzten Wiesen mit unzähligen Kirschenbäumen – an. Wenn die grosse Glocke jeweils im Juni erstmals um 12 Uhr erklang, wussten die Zuger, dass die Kirschen nun zur Lese reif waren. Mit langen Holzleitern und «Chriesihutten» (Rückentragkörben) bewaffnet rannten dann alle zur Allmend, um die süssesten und schönsten Früchte zu ernten. Das Pflücken vor dem Geläut war übrigens strikt verboten und wurde bestraft.

Im 20. Jahrhundert geriet der Brauch in Vergessenheit, was mit dem Rückgang der Kirschbaumbestände zusammenhängt.

Seit 2009 wird der «Chriesisturm» als spektakuläres Rennen durch die Zuger Altstadt wieder ausgetragen und läutet damit feierlich den Start der Kirschensaison ein. Gleichentags beginnt auf dem Zuger Landsgemeindeplatz der mehrwöchige Kirschenmarkt Chriesimärt, an welchem zahlreiche verschiedene und rare Kirschensorten angeboten werden. Sehenswert ist auch das Zuger Kirschtorten Museum bei «Treichler», dem Erfinderhaus der originalen Zuger Kirschtorte. Dort kann das Original natürlich auch gekostet werden. 

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