
Sandra Schmitter
Market Manager IN, FR, IT, DE, AT

Seit sechs Tagen bin ich in Indien unterwegs, mit dem klaren Ziel, neue Chancen für die Region Zürich zu schaffen. Auf dem Programm stehen Meetings mit führenden Reiseveranstalter:innen und Travel Designer:innen sowie die dreitägige OTM in Mumbai, Indiens führende B2B Reisemesse, die jährlich über 50’000 Buyers anzieht.
Und eines zeigt sich überall: Der indische Markt ist im Wandel und Zürich passt perfekt in diese neue Nachfrage. Gerne teile ich aktuelle Eindrücke aus dem Markt.
In Mumbai habe ich neun der wichtigsten Tour Operators getroffen, die auf Incentive-Reisen spezialisiert sind. Der Markt ist umkämpft, Unternehmen lassen mehrere Agenturen pitchen, geben klare Wünsche vor und lassen wenig Spielraum.
Viele Programme umfassen vier Nächte in Zürich. Die Highlights wiederholen sich jedoch: Rheinfall, Lindt Home of Chocolate, Titlis.
Genau hier liegt eine Chance. In meinen Gesprächen ermutige ich die Sales-Teams, Zürich mutiger und vielseitiger zu verkaufen. Mit Stadtführungen, Museen, Kulinarik, kreativen Exkursionen und echten «Zürich-Momenten». Besonders bei kleinen Incentive-Gruppen ist viel möglich.
An meinem Stand an der OTM habe ich mich mit diversen Travel Agents ausgetauscht. Viele ihrer Kund:innen waren bereits mehrfach in der Schweiz und suchen nicht mehr nach Bucketlist-Aktivitäten, sondern möchten Zürich wie Locals erleben.
Sie schwärmen allesamt von unserer Gastronomie auf Weltklasse-Niveau, insbesondere vom vielfältigen vegetarischen Angebot, von Outdoor-Erlebnissen und der Nähe zur Natur. Hoch im Kurs sind auch buchbare kreative Aktivitäten wie Food-Touren, Uhren-Workshops oder Führungen, die Einblicke in Zürichs «Hidden Gems» ermöglichen.

Der indische Reisemarkt verändert sich rasant. Grosse Gruppenreisen werden weniger, während eine junge, wachsende Mittelschicht individuell, flexibel und spontaner reist.
Diese Spontanität ist kulturell verankert und oft ein echter Vorteil. So musste ich erst kürzlich ein Meeting aufgrund eines achtstündigen Staus auf dem «Highway Express» verschieben. Das wurde mit viel Verständnis aufgenommen. Meetings werden neu organisiert, verschoben, weitergemacht. Pragmatismus und Offenheit sind Teil der Reisekultur. Dafür gibt es sogar einen Ausdruck in Hindi: «Indian Jugaad» – die Fähigkeit, innert kürzester Zeit neue pragmatische Lösungen und Alternativen zu finden.
Für Zürich bedeutet das: Modulare Angebote, flexible Planung und buchbare Erlebnisse gewinnen an Bedeutung!
Die Schweiz und Zürich haben in Indien ein hervorragendes Image. Wir werden als Traumdestination und Business-Event-Hotspot mit guten Flugverbindungen und legendärer Gastfreundschaft wahrgenommen.
Gleichzeitig nimmt man Vorurteile gegenüber klassischen Gruppenreisen wahr. Doch der Wandel ist spürbar. Immer mehr Gäste wollen hochwertig, individuell und persönlich reisen. Meine Aufgabe ist es, diese neuen Bedürfnisse aufzugreifen und Zürich als Destination zu positionieren, die genau das bietet.
Indiens Reisebranche ist im Umbruch. Wer jetzt auf Individualität, Flexibilität und lokale Erlebnisse setzt, positioniert sich langfristig als Top-Destination für die junge, anspruchsvolle Mittelschicht. Zürich hat dafür beste Karten.
Herzliche Grüsse aus Indien
Sandra Schmitter

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