Travel Guides
Die grösste australische Reiseshow Travel Guides machte im Oktober 2024 Halt in Zürich – und drehte mitten in unserer Stadt. Im April 2025 verfolgten Millionen Australier:innen die Sendung zur besten Sendezeit. Wie es zu diesem besonderen Projekt kam und welche Herausforderungen ein solcher Dreh mit sich brachte, erzählt Martina Kindschi, Media Relations Manager bei Zürich Tourismus, im Interview.
 

Martina, wie kam es dazu, dass die grösste australische Reisesendung in Zürich drehte?
Die Anfrage kam über Schweiz Tourismus, mit denen wir regelmässig in engem Austausch stehen. Als wir hörten, dass Travel Guides in die Schweiz kommen, war für uns sofort klar: Zürich muss Teil dieser Produktion sein! Die Sendung ist in Australien ein absoluter Quotenhit – allein die Erstausstrahlung der Episode über Zürich erreichte 2,1 Millionen Zuschauer:innen, bei einer Gesamtbevölkerung von 27 Millionen. Das ist enorm und bot uns die einmalige Chance, Zürich in einem sehr authentischen Format einem Riesenpublikum zu präsentieren.

Was waren die grössten Herausforderungen bei diesem Projekt?
Zum einen die inhaltliche Ausgestaltung: Natürlich hatten die Produzent:innen bestimmte Vorstellungen – etwa Zürich als reine Finanzstadt mit Banken an jeder Ecke. Oder etwa Bilder, die hier schlicht nicht existieren, wie Chalets in der Altstadt. Man darf nicht vergessen, dass die Produzent:innen noch nie in Zürich oder generell in der Schweiz waren. Unsere Aufgabe war es, Alternativen zu zeigen, die Zürich authentisch repräsentieren.

Zum anderen war die Logistik anspruchsvoll: 30 Personen Cast und Crew, Drehbewilligungen, Transport, Equipment und nicht zuletzt die Koordination zwischen den Zürcher Partnerbetrieben, der australischen Produktion und uns – all das musste perfekt abgestimmt sein. 

Welche Rolle spielten die Zürcher Partnerbetriebe?
Eine ganz zentrale! Ohne die Unterstützung unserer Partnerbetriebe wäre ein Projekt dieser Dimension schlicht nicht möglich gewesen. Sie kennen ihre Angebote am besten und können einschätzen, was möglich ist und was nicht. Sie waren entscheidend für die Umsetzung. Direkt involviert waren unter anderem das Lindt Home of Chocolate, die Bootsvermietung Enge, der Sternengrill, die Firma e-TukTuk, das 25hours Hotel Langstrasse sowie Martin Harzenmoser, der Zürcher Nachtwächter. Hier war eine hohe Flexibilität gefragt – und unsere Partner haben das mit beeindruckender Professionalität und Offenheit gemeistert. Dafür bin ich sehr dankbar.

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Inwiefern benötigt es Flexibilität bei einem Projekt wie diesem?
Sie ist entscheidend. Wetter, Krankheitsfälle oder spontane Planänderungen können jederzeit auftreten. Nehmen wir den Pedalo-Dreh als Beispiel: Die Dreharbeiten mussten wir kurzfristig umdisponieren, da er stark wetterabhängig war und es während den Drehtagen oft zu Wetterumschwüngen gekommen ist. Oder das Beispiel Lindt Home of Chocolate: der Dreh musste ausserhalb der regulären Öffnungszeiten stattfinden, da niemand ausser dem Cast und der Crew im Museum sein sollte – auch das ein grosser logistischer Aufwand. Das Shooting in der Innenstadt war schneller abgeschlossen als geplant. So sassen zur Mittagszeit statt der erwarteten zehn plötzlich dreissig Personen im Sternengrill – zum Glück war das Team bestens vorbereitet. Am Ende geht es darum, das bestmögliche Bild von Zürich zu zeigen – und das gelingt nur, wenn alle Beteiligten lösungsorientiert arbeiten.

Kannst du den Outcome und den ROI dieses Projekts einschätzen?
Der Return on Investment ist enorm. Es handelte sich um eine klassische Earned-Media-Produktion. Sprich: Unsere einzige direkte finanzielle Investition war die Übernahme der Aufenthalts- und Nebenkosten der Produktion vor Ort – ergänzt durch den Einsatz unserer personellen Ressourcen. Dafür erhielten wir eine Primetime-Präsenz in der beliebtesten Reisesendung Australiens mit über 2,1 Millionen Live-Zuschauer:innen zur Erstausstrahlung. Hinzu kommen Wiederholungen, Online-Abrufe und eine starke Resonanz in den sozialen Medien. Und: Nicht nur die involvierten Partnerbetriebe profitieren, sondern die gesamte Destination Zürich. Die Sendung zeigt Zürich auf authentische und unterhaltsame Weise und positioniert die Stadt als lebendige, überraschende und vielseitige Destination.

Was nimmst du persönlich aus diesem Projekt mit?
Zum einen, wie wertvoll eine enge und offene Zusammenarbeit mit unseren Partnern ist. Zum anderen, dass sich der grosse Aufwand am Ende lohnt – auch wenn fünf Monate Organisation, zahlreiche Meetings und unzählige Abklärungen manchmal herausfordernd sind. Am meisten bleibt aber die Freude, Zürich durch die Augen einer internationalen Produktion neu zu entdecken. Es macht stolz, wenn man sieht, wie unsere Stadt im besten Licht gezeigt wird.

Dein Fazit?
Solche Projekte sind fordernd, aber sie machen unglaublich Spass und bringen Zürich weltweit ins Gespräch. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Partnerbetrieben bedanken – ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.

Eigener Zusammenschnitt der TV-Sendung, erstellt von Zürich Tourismus (Kurzversion).

Martina Kindschi

Martina Kindschi
Media Relations Manager

martina.kindschi@zuerich.com
+41 44 215 40 23