Die Geschichte des Sechseläuten

Jedes Jahr feiern die Zürcher Zünfte im April das Sechseläuten. Doch woher kommt dieses Brauchtum?

Die Tradition des Festes reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als im Rat – der zu dieser Zeit ausschliesslich aus Mitgliedern diverser Zürcher Zünfte bestand – beschlossen wurde, dass der Feierabend in den Sommermonaten eine Stunde später als in den Wintermonaten anzusetzen sei. In den Wintermonaten war wegen der Lichtverhältnisse bereits um fünf Uhr abends Arbeitsschluss. In den Sommermonaten verschob er sich um eine Stunde, also auf das Läuten um sechs Uhr abends.

Zum Zeichen des Frühlingsbeginns läutete daher am ersten Montag nach der Tagundnachtgleiche die zweitgrösste Glocke des Grossmünsters pünktlich um sechs Uhr. Somit wurde der Frühlingsbeginn für alle Zürcher festgelegt und wird bis heute so gefeiert. Darum hat sich auch der Name «Sächsilüüte» – das Läuten um sechs – seit dem 16. Jahrhundert nicht geändert.

Übrigens: Heute wird das Sechseläuten nicht mehr am ersten Montag nach der Tagundnachtgleiche gefeiert: 1952 wurde der dritte Montag des Monats April als Sechseläuten-Tag festgelegt. Fällt dieser allerdings in eine Karwoche, wird das Sechseläuten bereits am zweiten Montag des Aprils abgehalten.