«Schifferstechen»
Der spektakuläre Brauch mitten im Fluss Limmat findet nur alle drei Jahre in Zürich statt.

«Schifferstechen» – Tradition in Zürich

Nur alle drei Jahre zelebriert die Zunft zur Schiffleute mitten im Fluss Limmat das «Schifferstechen».

Sommer, 2020

 Das «Schifferstechen» der Zunft zur Schiffleute gleicht einem mittelalterlichen Tjost. Das wiederum waren Ritterturniere, bei welchen zwei mit Lanzen bewaffnete Ritter einander vom Pferd zu stossen versuchten. Beim Schifferstechen sind die Regeln ähnlich, nur eben nicht zu Pferd, sondern auf einem mehr oder weniger wackligen Boot stehend. 

Diese Tradition gibt es in Zürich bereits seit dem Spätmittelalter, als dieser Kampfsport als bürgerliche Alternative der adligen Reitturniere in ganz Europa populär wurde. Auf einem von Josias Murer gezeichneten Stadtplan von 1576 sieht man das Schifferstechen in der Limmat genau an der Stelle, wo das Spektakel auch heute noch stattfindet. Das Stechen wurde häufig als Attraktion während der Jahresfeste der einzelnen Zünfte zelebriert oder zu Ehren hoher Gäste. Und während man früher mit Helm, Harnisch, Schild und spitziger Lanze kämpfte – was zu Unfällen und gar Ertrinken führte – begegnen sich die Zunftleute heute ohne schwere Rüstung und mit stumpfer Lanze. Ganz ungefährlich also.

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