Eis-Zwei-Geissebei

Den Fasnachtsdienstag, also den letzten der Karnevalstage, feiern die Kinder von Rapperswil-Jona traditionell auf ganz eigene Art und Weise.

5. März 2019

An besagtem Dienstag – am Tag zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch – versammeln sich hunderte Kinder vor dem Rathaus in Rapperswil, wo sie gespannt darauf warten, dass sich pünktlich um 15.15 Uhr die Fenster des Ratssaals öffnen und die allseits bekannte Fanfare ertönt. Auf die Frage des Ratsherren: «Sind alli mini Buebe doo?», also «sind alle meine Buben hier?», antworten die Kinder lauthals: «Ja! Eis – zwei – Geissebei!», was so viel heisst wie «Eins, zwei, Ziegenbeine». Darauf werden sie mit der Schweizer Rohesswust Cervelat, Brötchen und Lebkuchen, hierzulande «Biberli» genannt, belohnt. Während rund einer halben Stunde geht dieses Spiel zwischen Ratsherren und den Kindern fröhlich weiter, bis alle Kinder mit Leckereien versorgt sind.

Seit wann dieser Brauch gefeiert wird, lässt sich übrigens nicht mehr eruieren. Man geht aber davon aus, dass es mit der Belagerung und Brandschatzung von Rapperswil am 24. Februar 1350 durch Rudolf Brun – dem ersten Bürgermeister von Zürich – zusammenhängt, als wohlgesinnte reiche Stadtbürger den hungernden Kindern und Mitbürgern Nahrungsmittel aus den Fenstern ihrer Häuser gereicht haben sollen.

Veranstaltungsort

Hauptplatz
8640 Rapperswil
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Vielfältiges Zürich

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